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Zaubersee |
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Die wahre Geschichte
des ZAUBERSEES in Refrath. |
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Zur Zeit der 30er Jahre, als die
Dolmannstraße noch dicht am „Haus Steinbreche“ vorbei lief, befand
sich auf der gegenüberliegenden Seite der „Irrgarten“, ein
struppiges Waldstück welches zu einem Teil ausgelichtet war und als
Kaffee- und Biergarten genutzt wurde. Es wurde über die Strasse von
„Haus Steinbreche“ bedient.
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Dahinter ging es durch geheimnisvolles Dickicht über einen schmalen
kaum wahrnehmbaren Weg hinunter. Er endete auf einer Apfelbaumwiese,
die am Wald vorbei, langsam zur Dolmanstraße hin anstieg. Auf der
gegenüberliegenden Seite der Obstwiese grenzten einige Gärten an,
die zu Häusern am Neuen Trassweg gehörten. Der Rest war ein dichtes
urwaldartiges Gelände mit einem „Wasserloch“. Wie groß ? – Es war
bedeckt mit Gestrüpp und umgefallenen Bäumen.
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Mein Vater, Johann Feld, der Natur und Gewässer liebte, war im
Fischschutzverein, der im „Haus Steinbreche“ tagte und hinter dem
Haus bis zum Gebäude der heutigen Waldorfschule Fischzuchtteiche
angelegt hatte. Mein Vater hatte das „Wasserloch“ entdeckt und
pachtete das Areal vom unteren Ende der Apfelwiese bis zum Ende des
Sees an dem ein bewaldeter Steilhang hinauf führte. Mit einem
Freund, Herrn Löwenfelder, und anderen Helfern legte er das Wasser
mit einem kleinen Anker und einem ausrangierten Boot vom Kahnweiher,
das sie wieder
flott machten, frei. |
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Es
kam ein schöner kleiner See zum Vorschein in den eine Halbinsel
hineinragte. Zwei Quellen speisten den See, dessen vorderes Ufer
flach hineinführte und am hinteren linken Ende, wo sich die Quellen
befanden, eine Tiefe von ca. 4 m erreichte. Ein Abfluss aus
dem See führte, kanalisiert unter der Dolmannstraße, in den
Kahnweiher. |
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Nachdem der See freigelegt und die Halbinsel gerodet war wurde eine
bedachte Laube aus Birkenstämmen gebaut. Nach so viel Mühe und
harter Arbeit war es soweit und mit einem kleinen Fest wurde
Einstand gefeiert bei dem mein Vater „unserem“ See den Namen
ZAUBERSEE gab. |
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Der
Zaubersee lag morgens märchenhaft unter einem Nebelschleier der sich
allmählich lichtete. Ab mittags strahlte die Sonne in unsere Oase.
Frösche quackten im Chor, Vögel jubilierten, Teichhühner tummelten
sich auf dem See. Rebhühner und Fasane stolzierten neugierig umher.
Abends versank alles wieder in gespenstigem Nebel. Fleder-mäuse
flatterten lautlos durch die Dämmerung und Käuzchen riefen eine gute
Nacht. |
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Mit
der Zeit legten wir einen Garten an mit bunten Blumen vielen
Irissorten und Rosen. Fische wurden in den See eingesetzt. Später
kam eine Krebszucht hinzu. Auch ein festes Häuschen aus Holz
bestehend aus einem Raum mit Herd und sparsamer Möblierung entstand
im Anschluss an die Laube
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Tische und Stühle waren aussortierte Gartenmöbel aus dem „Irrgarten“
die wir wieder in Ordnung brachten. Alles wurde repariert und neu
gestrichen. Drei Landungsstege wurden für unseren Kahn gebaut. |
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Bald kam ein zweiter
Kahn hinzu. Rosenbögen wurden gepflanzt und begleiteten den
Hauptweg. Eine zweite Laube wurde errichtet. Ein Zaun begrenzte nun
unser kleines Reich hin zur Obstwiese. |
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Im
Frühjahr und Sommer sowie an schönen Tagen im Herbst kamen wir fast
jedes Wochenende zu unserem ZAUBERSEE. Mit der Linie B von Köln
Heumarkt fuhren wir bis Mauserhof, der jetzigen Haltestelle
Brück-Mauspfad, und nicht bis Refrath, weil dies preiswerter war.
Sehr oft fuhr eine Schwester meiner Mutter, Änne Flecken mit Ihrem
Mann Jakob (Onkel Köbi) mit uns zum ZAUBERSEE. Manchmal kutschierten
wir auch mit unserem ersten Auto, einem Goliath Dreirad nach Refrath.
Das war ein kleiner Zweisitzer. Ich saß bei meiner Mutter auf dem
Schoß. Mit Liebe und Lust wurde gerne in unserer Oase gearbeitet.
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Aber es gab auch viele erholsame Stunden mit Familie und Freunden.
Meine verwitwete Patentante, eine Schwester meiner Mutter pachtete
ein Stück Land dazu und baute ebenfalls ein kleines Häuschen mit
zwei, später drei Zimmern. Der Zaun wurde erweitert. Meine Tante,
Frau Käthe Wahl verlebte mit einer ihrer Töchter, Käthe Bordich
deren Mann Hans und den beiden Enkeln Anita und Richard hier auch
eine wunderschöne Zeit. |
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Im
Laufe der Zeit wurde unser Häuschen um ein Zimmer zum Schlafen
erweitert. Eine Pumpe wurde gebaut und eine „Dusche“ installiert.
Letztere bestand aus einer Blechtonne die auf das Dach eines der
Häuschen montiert wurde und mit einem Schlauch und Brause versehen
war. Die Sonne heizte das Duschwasser auf. Da wir jetzt durch die
Pumpe eigenes Wasser hatten brauchten wir dies nicht mehr bei
Familie Höfer zu holen, die auf dem Alten Traßweg eine Gärtnerei
betrieben. Das Schäfchen von Höfers durfte aber weiter als
Spielgefährte und „Rasenmäher“ mit zum ZAUBERSEE kommen. |
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Im
Laufe der Zeit wurde der Zaun noch einmal erweitert. Wieder kam ein
Häuschen dazu, von einem Verwandten. Das Areal vergrößerte sich. Als
der Krieg kam wurde unser Wochenenddomizil zur Notunterkunft. Auch
wir nutzten unser Häuschen nachdem wir in Köln ausgebombt waren.
Abends mussten wir die Betten bügeln weil alles feucht war. Aber es
war friedlich und still an unserem ZAUBERSEE. Bald fanden wir eine
trockenere Bleibe am Alten Trassweg. Gegen Ende des Krieges
flüchteten wir dann nach Gummersbach. Aber unmittelbar nach dem
Krieg war der Zaubersee erneut unser Zuhause. |
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Später zogen wir nach
Köln Königsforst und gaben „unseren“ ZAUBERSEE auf.
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Aufgeschrieben von
Käthe Nix geb. Feld am 7. Januar 2011
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