| Der Bürger- und
Heimatverein im Spiegel der örtlichen Presse. |
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Kölner Stadt - Anzeiger - Freitag 30 . Dez. 2011 |
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| Mahnung
zur Rettung der Seele am Wegesrand |
| Am Wegrand
/ Kreuze in Rhein-Berg |
| von Dr.
Stefanie Peine |
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Bergisch
Gladbach - „Rette deine Seele“ fordert die alte
Inschrift des Wegekreuzes an der Kirche St. Johann Baptist
in Refrath auf, aber inzwischen gilt es nicht nur die Seele,
sondern auch die Wegekreuze selbst zu retten. „Leider
besitzt unser Ort nur noch drei Wegekreuze, die an ihrem
ursprünglichen Ort stehen“, bedauert Hans Peter Müller,
Vorsitzender des Refrather Bürger- und Heimatvereins. |
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Die Kreuze
stehen inzwischen zwar unter Denkmalschutz, doch Wind und
Wetter und nicht zuletzt auch mutwillige Zerstörungen haben
den historischen Kreuzen in der Vergangenheit immer wieder
schwer zugesetzt. Das Wegekreuz an der Kirche hatte hier
nicht immer seinen Standort. Ursprünglich mahnte es
Vorübergehende an der Straße Brandroster, ihr Seelenheil
nicht aus den Augen zu lassen. Weil es dem Eigentümer im Weg
stand, so Müller, fand es schließlich an der Taufkirche
einen neuen Platz. |
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Damit hatte es
wesentlich mehr Glück als das alte Kreuz, das einmal an der
Hüttenstraße stand und an das der Bürger- und Heimatverein
in seiner Publikation „Refrath gestern und heute“, Band 1,
nur noch erinnern kann. Denn das landete schlicht auf dem
Sperrmüll. „Das ist eine ganz traurige Geschichte“, sagt
Müller. Nachdem der Grundstückseigentümer keinen Wert auf
das Kreuz aus dem Jahr 1783 gelegt habe, sei es von einem
Restaurator niedergelegt worden. „Dann hat es in der Pfarre
St. Elisabeth ein, zwei Jahre in der Garage herumgelegen,
ist schließlich auf einen Anhänger geladen und entsorgt
worden“, so der Heimatforscher. Der Stifter des Kreuzes sei
unbekannt, doch habe es in der Hüttenstraße früher einige
sehr alte Höfe gegeben, so dass das Kreuz möglicherweise
eine Familienstiftung gewesen sei, vermutet Müller. |
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Dies ist
jedenfalls bei dem steinernen Ossenbach-Kreuz an der
Lustheide 44 der Fall, benannt nach dem Stifterehepaar
Ossenbach, das 1897 das Kreuz zur Erinnerung an seine
Silberhochzeit errichten ließ. Den Mittelteil ziert die
steinerne Büste der „schmerzhaften Muttergottes“,
dargestellt durch ein Schwert, das Marias Herz durchbohrt.
Als wertvollstes der Kreuze gilt das Missionskreuz im
Beningsfeld aus dem Jahr 1765. Damit ist es das älteste der
vier erhaltenen Wegekreuze. Das Missionskreuz wurde jüngst
aufwändig restauriert. Frostschäden und Moose hatten dem
Stein zugesetzt. „Dann platzt alles weg“, weiß Müller um den
ewigen Kampf gegen den Verfall der Denkmäler. Im Beningsfeld
hatte der steinerne Jakobus auf diese Weise schon seinen
Stab verloren, der ihm jetzt durch die Arbeit der
Restauratoren wieder in die Hand gedrückt wurde. Das
Prozessionskreuz im Vürfels 76 hätte beinahe das Schicksal
des Hauses geteilt, vor dem es ursprünglich stand und das
abgerissen wurde. Doch der Bürger- und Heimatverein handelte
schnell. Mit Einverständnis der neuen Eigentümer konnte es
wenige Meter versetzt wieder aufgerichtet werden. Erst dabei
wurde entdeckt, dass es gar nicht wie immer angenommen, aus
Stein, sondern aus Holz bestand. |
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„Früher haben
die Besitzer bei jeder Fronleichnamsprozession wohl einen
Eimer Farbe in die Hand genommen und drübergestrichen“, sagt
Müller lächelnd. Viel Arbeit für den Restaurator: 23
Farbschichten wurden vom Holz entfernt. |
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2006
beschädigten Unbekannte das Kreuz schwer. „Das Kruzifix
wurde heruntergerissen, nur die Arme hingen noch am
Querbalken“, so Müller. Erst Wochen später tauchte der
Corpus wieder auf. „Eines Morgens lag er vor einer Haustür“,
sagt Müller. Und wieder musste renoviert werden, was durch
den großen Einsatz eines Refrather Ehepaares habe finanziert
werden können, so Müller. „Die beiden sind einfach mit einer
Sammelbüchse herumgegangen.“ |
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mit freundlicher Genehmigung:
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